Navigation

Startseite Archiv Gästebuch Abonnieren

About

Über...

Links

Credits

Design by...
Designer
Meet Rosalyn Wright

Dies ist der Anfang einer meiner Geschichten. Sie spielt in Cambridge in England und die Hauptfigur ist Rosalyn Wright, eine Studentin. Viel Spaß.
Feedback ist übrigens erwünscht!

 Der Herbst war eine besondere Jahreszeit in Cambridge, denn wenn die Nebelschwaden zwischen den über 500 Jahre alten Gebäuden hindurch zogen, war es nicht schwer, sich in die Vergangenheit zu versetzen. Und sich in die Vergangenheit versetzen, das war etwas, das Rosalyn Wright sehr gerne tat.  So verließ sie auch an diesem Samstagnachmittag ihr Zimmer im Queens College und streifte durch die Straßen. Und tatsächlich, die düstere, neblige Stimmung ihre Wirkung. Rosalyn hatte das Gefühl, mindestens hundert Jahre in der Zeit zurückgereist zu sein und es hätte sie nicht gewundert, wenn eine Kutsche um die nächste Ecke gerattert wäre.
Doch auf dem Heimweg geschah etwas, dass sie gründlich in die Gegenwart zurückholte, auch wenn es in gewisser Weise mit der Vergangenheit zu tun hatte, allerdings mit ihrer persönlichen.
Als sie zum Tor von ihrem Tor kam, erblickte sie davor eine Gestalt, die auf jemand zu warten schien. Sie wollte schon an dem Fremden vorübergehen und murmelte einen abwesenden Gruß, als der Mann plötzlich auf sie zuging und fragend Ihren Namen aussprach: „Rosalyn?“
„Ja? Wer… Oh, Damian? Bist du das?“
„Ja, das bin ich.“ Er trat noch näher zu ihr und da erkannte sie ihn endlich, nicht nur seine Stimme. Er  hatte sich in den drei Jahren, seit sie ihn zuletzt gesehen hatte kaum verändert, war immer noch groß und dünn. Womöglich war er noch dünner geworden, aber unter seiner Barbour-Jacke ließ sich das schwer beurteilen. Seine Haare waren so verwuschelt wie sie immer gewesen waren, seine Wangen genau wie früher mit dem Bartwuchs von mindestens drei Tagen bedeckt.
„Damian“, sagte sie fassungslos. „Wieso bist du hier?“
„Weil ich dich sehen wollte, nehme ich an. Ich war gerade in Cambridge und da dachte ich, ich besuch dich und seh wie es dir geht.“
„Wirklich?“ Sie war misstrauisch, denn sie einfach zu besuchen, um zu sehen wie es ihr ging, dass passte nicht zu Damian Stewart.
„Wirklich. Ich dachte, das sei höflich. Aber ich kann auch wieder gehen, wenn du das möchtest.“
„Nein, so meinte ich es nicht. Bitte bleib hier. Willst du einen Tee?“ Er nickte.
„Gut, dann komm mit hinauf.“ Sie gingen durch das Tor und hinauf in Rosalyns Zimmer, oder besser gesagt Rosalyns Wohnung, denn seit sie die Assistentenstelle am der Universität bekommen hatte, durfte sie ein kleines Appartement, bestehend aus Schlafzimmer, Wohnzimmer und Bad ihr eigen nennen. Damian setzte sich auf die Couch und sah sich um, während Rosalyn den Wasserkocher anstellte und die Teekanne aus dem Schrank holte. Sie bereitete mit Sorgfalt einen Earl Grey zu, holte Milch aus ihrem winzigen Kühlschrank der in der kleinen Kochnische stand und stellte Kanne, Teetassen, Milch und Zucker auf ein Tablett, das sie hinüber zum Couchtisch. Erst als der Tee sorgfältig eingegossen und mit Milch und Zucker verfeinert worden war, setzte sich auch Rosalyn hin, allerdings nicht neben Damian auf die Couch sondern auf ihren Schreibtischstuhl, sorgsam darauf bedacht, Abstand zu halten.
„Also Damian, was bringt dich nach Cambridge?“
„Treffen der Kings-Alumni.“
„Und du gehst dorthin? Ich dachte immer, solche Veranstaltungen wären nichts für dich?“
„Sind sie auch nicht. Aber vom Earl of Fernbroke wird erwartet an genau solchen Dingen teilzunehmen. Und eine angemessene Spende an das College abzuliefern.“
„Du bist jetzt also Earl?“
„Ja, seit einem halben Haar. Mein Vater ist im Mai gestorben.“
„Das tut mir leid.“
„Danke. Aber du weißt wie er war. Mehr als jetzt haben wir früher auch nicht miteinander zu tun gehabt. Er war bis zuletzt nicht zufrieden damit, dass ich Fernbroke erben würde. Und ich auch nicht.“ Schon als Rosalyn Damian vor etwas fünf Jahren kennengelernt hatte, war sein Erbe wie ein Damoklesschwert über ihm geschwebt. Er fühlte sich der Verantwortung nicht gewachsen, ein so riesiges und ehrwürdiges Landgut zu verwalten, wo er es doch kaum schaffte, sein eigenes Leben unter Kontrolle zu behalten. Doch vor fünf Jahren war sein Vater noch gesund und stark gewesen und die Vorstellung selbst einmal ein Duke zu werden, lag für Damian noch in weiter Ferne.

14.1.10 21:09
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Gratis bloggen bei
myblog.de